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Interaktive Präsentation

Durch Alterung und mehrere Restaurierungen veränderte sich das Erscheinungsbild des Retabels von Schloss Tirol seit seiner Entstehung um 1370/72 erheblich. Vermutlich wurden bereits vor dem 19. Jahrhundert konservatorische Arbeiten vorgenommen, jedoch sind lediglich zwei ästhetisch maßgebliche Eingriffe archivalisch belegt. Im Jahr 1813 gelangten die beiden Außenflügel sowie die zwei kleineren Nischenflügel nach Wien in den Besitz Erzherzog Johanns, der sie durch „hiesige Künstler ausbessern und vollkommen herstellen [hat] lassen“ (Archiv Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Akt 126/1826). Damals wurde eine sehr umfangreiche bzw. fast vollflächige Übermalung der Bildtafeln im Stil des frühen 19. Jahrhunderts durchgeführt. Die Übermalungen wurden 1940 bis 1942, bei der zweiten nachweisbaren Restaurierungskampagne des Altars in der „Restaurierungsanstalt“ der Alten Pinakothek in München, wieder freigelegt. Die Etappen dieser Freilegung sind durch zahlreiche Fotos dokumentiert, die im Juni 2017 im Archiv der Bayrischen Staatsgemäldesammlungen in München ausfindig gemacht und für die Nutzung im Rahmen des Forschungsprojekts der Tiroler Landesmuseen zur Verfügung gestellt wurden.

Für den Projektraum in der Schausammlung des Ferdinandeum entwickelte Christian Höller in Zusammenarbeit mit Tobias Furtschegger eine interaktive Präsentation, welche dieses Bildmaterial digital erschließt. Über einen Touchscreen können Aufnahmen verschiedener Zustände und Zeiten sowie die 2016 angefertigten Röntgenaufnahmen miteinander verglichen und im Detail studiert werden.